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Schwarzwild konsequent bejagen!

Die Afrikanische Schweinepest rückt langsam, aber scheinbar sicher nach Westen, also auf Deutschland, zu. Im aktuellen RWJ (8/17) wird gemeldet, dass nun der erste Fall südöstlich von Prag festgestellt worden ist. Das sind nur noch 300 km Luftlinie von der tschechisch-deutschen Grenze. Die Ausbreitung dieser Wildkrankheit in unserer Region, mit ihrer starken Veredlungswirtschaft in der Landwirtschaft wäre eine nicht zu beschreibende Katastrophe

Nachfolgend wird an dieser Stelle noch einmal der Artikel im RWJ wiedergegeben, der die Verhaltensregeln, die wir alle beachten müssen:

Afrikanische Schweinepest vor unserer Haustür

Nachdem Landwirte und Jäger 2012 aufatmen konnten (die Bekämpfung der Klassischen Schweinepest war erfolgreich abgeschlossen, Schutzmaßnahmen konnten aufgehoben werden), droht jetzt die Afrikanische Schweinepest.

Zentrale Maßnahmen zur Bekämpfung der Klassischen Schweinepest waren eine intensive Bejagung zur Verminderung der Bestände, das Auslegen von Impfködern, um Sauen zu immunisieren und strikte Hygiene. Im Unterschied dazu ist eine Impfung gegen Afrikanische Schweinepest nicht möglich. Daher muss alles darauf ausgerichtet werden, ein Einschleppen absolut zu verhindern. Zur Hygiene gelten die gleichen Maßnahmen wie bei Klassischer Schweinepest. Zum Glück ist die Afrikanische Schweinepest noch nicht im Land, aber NRW ist das Bundesland mit den meisten Auslandsjägern, sodass es sinnvoll ist, alle Vorsorgemaßnahmen in Erinnerung zu rufen – mit dem dringlichen Appell, diese peinlichst zu beachten.

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Afrikanischen Schweinepest liegt südlich der Sahara, der Infektionszyklus verläuft dort zwischen Lederzecken und Warzenschweinen. Von dort wurde die Seuche in einige Länder Südamerikas, der Karibik und vereinzelt Europas verschleppt. In diesen Ländern gelang es jedoch, die Erkrankung wieder zu tilgen. Auf Sardinien ist die Afrikanische Schweinepest seit 1978 bei Haus- und Wildschweinen vorhanden, in Deutschland ist sie noch nie aufgetreten.

Seit 2007 breitet sich die Afrikanische Schweinepest im Kaukasus und in Russland rasch aus, nachdem zunächst der Iran, Georgien, Armenien, Aserbaidschan und seit Juli 2012 auch die Ukraine betroffen waren, wurde der Erreger im Januar 2014 in Litauen und im Februar 2014 in Polen bei Schwarzwild bestätigt.

Die Verbreitungsgeschichte unterstreicht die Bedeutung des über Menschen und Transportwege laufenden Infektionsgeschehens: Lebende Schweine, frisches Schweinefleisch, kontaminierte Lebensmittel wie Fleisch, Salami und Rohwürste, Speiseabfälle und Trophäen (Warzenschweine, Sauen) sind die Vektoren.

Bei Jagdreisen zu beachten

Das Virus zeichnet sich durch eine hohe Überlebensfähigkeit aus. In unbehandelten Fleisch(erzeugnissen), aber auch geräucherten und gepökelten Waren hält sich das Virus mehrere Monate, im Blut bis zu 18 Monate und im Kot bis zu 100 Tage.

Ein besonderes Problem stellen Transportfahrzeuge aus betroffenen Gebieten dar – dabei gibt es zwei Risiken:

Neben dem Jagdtourismus erhöht der Lkw-Verkehr aufgrund der Tendenz, Transporte von Waren und Vieh aus Kostengründen in osteuropäische Staaten zu verlagern, das Infektionsrisiko. Bei zum Teil sehr niedrigen Löhnen für dortige Lkw-Fahrer ist es verständlich, dass diese Lebensmittel aus ihren Heimatländern mitführen. Am Wochenende kommt auf manchem Lkw-Rastplatz geradezu Biwak- und Grillatmosphäre auf. Entscheidend ist, dass alle Autobahnrastplätze tatsächlich schwarzwilddicht eingezäunt sind. Zudem müssten Anreize geschaffen werden, auf die ohnehin nicht zugelassene Mitnahme von Lebensmitteln aus infizierten Gebieten zu verzichten. Eine Möglichkeit wären kostenfreie Verpflegungspakete bei der Einreise, wie sie bereits in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg überreicht werden.

Bei Jagdreisen ist es ganz entscheidend, die Hygiene strikt einzuhalten. Wer in betroffene Gebiete reist, sollte in jedem Fall vom Tierarzt empfohlene Desinfektionsmittel mitnehmen, um Jagdmesser und Gebrauchsgegenstände vor Ort zu desinfizieren – von Kleidung, Ausrüstung und Trophäen geht ein hohes Risiko zur Infektionsverschleppung aus.

Sofern das eigene Fahrzeug zur Jagdreise mitgenommen wird, muss es nach der Rückkehr gründlich gereinigt werden, vor allem der Unterboden. Wer in gefährdete Gebiete reist, sollte seinen Wagen bereits auf der Rückfahrt in einer an Autohöfen vorhandenen Waschanlage reinigen – und auf gar keinen Fall vor der gründlichen Reinigung (innen und außen !) damit ins eigene Revier fahren.

Das erfordert natürlich Disziplin, man sollte daher die dazu nötige Zeit schon bei der Reiseplanung berücksichtigen. Selbstverständlich dürfen keine Teile von Schwarzwild, Wurst und Fleischwaren aus betroffenen Ländern mitgenommen werden. Schweinehaltern kann man nur empfehlen, auf Jagdreisen in diese Gebiete ganz zu verzichten.

Gründlich zu reinigen sind in jedem Fall Jagdkleidung und Ausrüstung.

Quelle:

| RWJ 04/2014: Afrikanische Schweinepest vor unserer Haustür |

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