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KJS auf neuen Wegen?
 
Im Jahre 1975 gab es in Nordrhein-Westfalen eine sog. Gebietsreform, bei der viele kleinere Gemeinden in größere Gemeinden oder Städte und ebenso viele Kreise und kreisfreie Städte zu größeren Einheiten zusammengefasst wurden, nicht immer zur Erheiterung der dort lebenden Einwohner.
Dies geschah auch im Kreise Borken, wo die Altkreise Borken und Ahaus sowie die kreisfreie Stadt Bocholt unter Einbeziehung der Stadt Gescher (bisher Kreis Coesfeld) sowie der Gemeinden Isselburg (bisher Kreis Wesel) und Erle (bisher Kreis Recklinghausen) zum neuen Kreis Borken zusammengefügt wurden.
Jetzt waren auch die einzelnen Kreisgruppen der Altkreise gefordert, sich zu einer einheitlichen Organisation im neuen Kreise Borken zusammenzufinden. Das war jedoch zunächst leichter gesagt als getan. Im südlichen (größeren) Altkreis Borken (einschl. Bocholt) gab es 11 Hegeringe, im nördlichen (kleineren) Altkreis Ahaus dagegen nur 6 Hegeringe, also ein deutliches Ungleichgewicht, auch bei der Anzahl der Mitglieder und bei den Finanzmitteln in den einzelnen Kassen. Was tun?
Die ersten drei Jahre waren mehr von Misstrauen als von Zusammenarbeit geprägt, da jede Kreisgruppe befürchtete, von der anderen Gruppe bei einem Zusammenschluss
über den Tisch gezogen zu werden. Erst allmählich setzte sich die Vernunft durch und so kam es schließlich am 20. Dez. 1979 zu einer Fusionsvereinbarung mit einer vorläufigen Satzung und der Festsetzung von Mitgliedsbeiträgen.
Mit der Annahme der Satzung wurde für die erste vierjährige Wahlperiode eine paritätische Besetzung des Vorstands aus den Bereichen der bisherigen (Alt-) Kreisgruppen vereinbart, die jedoch wesentlich länger beibehalten wurde.
Gleichzeitig wurde beschlossen, eine Arbeitsgemeinschaft Ahaus (bestehend aus den Hegeringen des Altkreises Ahaus) und eine Arbeitsgemeinschaft Borken (bestehend aus den Hegeringen des Altkreises Borken und der kreisfreien Stadt Bocholt), wobei sich der HR Gescher der Arbeitsgemeinschaft Borken anschloss.
Auf diese Arbeitsgemeinschaften wurden ausdrücklich von der Kreisgruppe folgende Aufgaben delegiert:
- die Durchführung der Vorbereitungslehrgänge für die Jägerprüfung;
- die Durchführung von Brauchbarkeitsprüfungen für Jagdhunde.
Ersteres geschieht heute noch in gleicher Weise, während die Durchführung von Brauchbarkeitsprüfungen für Jagdhunde in den 80er Jahren mit einer neuen Prüfungsordnung vom Landesjagdverband (LJV) ausschließlich auf die Kreisgruppen bzw. Kreisjägerschaften übertragen wurde.
Den Namen Kreisjägerschaft gab sich die Kreisgruppe Borken im Jahre 1985, um von der alten Bezeichnung „Kreisgruppe“ (die noch aus dem 3. Reich stammte) abzurücken.
Seit der Fusionierung 1979 sind inzwischen über 25 Jahre vergangen, die beiden ursprünglichen Arbeitsgemeinschaften haben sich in Jägerschaften (JS) der ursprünglichen Altkreise umbenannt und unterhalten, neben der Kreisjägerschaft, je einen eigenen Vorstand mit einem eigenen Geschäftsführer und Schatzmeister, der eine eigene Kasse verwaltet.
Angesichts der vor uns liegenden großen Aufgaben wie der Planung eines neuen Schießstandes müssen wir uns die Frage stellen: Ist eine solche Dreiteilung im Kreise Borken mit Kreisjägerschaft und je einer zusätzlichen Jägerschaft in den beiden Altkreisen heute noch zeitgemäß oder brauchen wir eine einfachere, einheitlichere Organisation, um Abläufe zu verkürzen und transparenter zu machen?
Die jetzigen Jägerschaften Ahaus und Borken-Bocholt führen als wesentliche Aufgaben noch die Vorbereitungslehrgänge für die Jägerprüfung durch und wickeln mit den jeweiligen Hegeringen die Hegeschauen ab. Könnte man dies, z.B. die Vorbereitungslehrgänge durch den Aufbau von je einer „Jagdschule“ im Nord- bzw. Südkreis ablösen und die Gehörnschauen von der Kreisjägerschaft koordinieren lassen?
Über diese und andere Fragen gilt es in den nächsten Monaten nachzudenken und zu einem mehrheitlichen Konsenz zu finden, um für die Kreisjägerschaft Borken ein neues Zukunftskapitel aufzuschlagen, indem wir fragen: Ist das, was wir heute tun und wie wir es tun, noch richtig oder müssen wir neue Wege gehen? Darüber wollen wir während der Jahreshauptversammlung der KJS mit unseren Mitgliedern diskutieren.

St. van Delden
-Vorsitzender-
 
 
 
 
Reitrouten im Kreis Borken
 
Bereits seit dem Jahre 2004 gibt es eine Initiative, das gesamte Münsterland mit einem Reitroutennetz zu versehen und auch in die Niederlande auszudehnen, um damit die touristischen Angebote für Reiter und deren Begleitpersonen zu erhöhen.
Diese Initiative hat jetzt auch im Kreis Borken Fuß gefasst und die Kreisverwaltung untersucht, zusammen mit Interessenten, die Möglichkeiten eines geordneten Reitwegenetzes in unserem Kreisgebiet.
Nachstehend sind einige Punkte aus den bisherigen Verhandlungen beim Kreis Borken, an denen die Kreisjägerschaft beteiligt war, aufgeführt.
Da es im Kreise Borken über 30 Reit- und Fahrvereine gibt, ist bereits ein breites und hochwertiges Angebot für anlagenbezogenes Reiten mit einer hohen Veranstaltungsdichte (Reit- und Fahrturniere) vorhanden. Es gibt eine gute Ausstattung mit Reitanlagen und einem entsprechenden Unterrichtsangebot. Viele Reiter- und Ferienhöfe ergänzen diese Möglichkeiten. Dazu kommt eine gute Hotellerie und Gastronomie im Kreise Borken.
Gering ausgeprägt sind dagegen die Möglichkeiten zum Reiten in der Landschaft (Reitrouten und sonstige Reitinfrastruktur). Es besteht zwar die noch bis Ende 2008 geltende sog. „Freistellungsregelung“ des Kreises. Diese besagt, dass in Waldgebieten auf den dortigen Wegen (mit wenigen Ausnahmen) geritten werden darf, sofern es sich nicht um ausgewiesene Wanderwege oder Wanderpfade bzw. Sport- und Lehrpfade oder Waldschneisen, Rückegassen und Wildwechsel handelt. Ferner dürfen die Rechte von Eigentümern und Grundbesitzern nicht unzumutbar beeinträchtigt werden, ebenso wie die Interessen anderer Erholungssuchender. All das gilt für das Reiten zu Erholungszwecken, gewerbliche Tätigkeiten oder sportliche Wettbewerbe müssen dagegen von Eigentümern und Besitzern nicht geduldet werden.
Grundsätzlich verboten bleibt das Reiten außerhalb von Straßen und Wegen. Das Fahren mit Pferdegespannen im Wald ist durch ein Verbot im Landesforstgesetz NRW untersagt, nicht dagegen in der freien Landschaft.
Für die geplanten Reitrouten bedarf es noch ausreichender Informationen und einer gewissen Sensibilisierung für die Themen „Landschaftsbezogenes Reiten“ und „Reit- und Pferdetourismus“, ganz abgesehen von entsprechenden Planungen (einschließlich Kartenmaterial) und Angeboten.
Wichtig hierbei ist, dass die zu erwartenden Reitströme so kanalisiert werden, dass es nicht zu Konflikten zwischen Reitern und anderen Nutzern der Landschaft wie uns Jägern oder Forst- und Landwirten kommt, insbesondere dort, wo private Grundstücke, außerhalb vorhandener (öffentlicher) Wege, für die Ausweisung von touristischen Reitrouten in Anspruch genommen werden sollen.
Vorauszusehen ist, dass hierbei auch Reitschäden an Grundstücken und Wegen auftreten werden. Hier stellt sich die Frage: Wer kommt dafür auf?
Es besteht eine gesetzliche Regelung, dass alle Pferdehalter, die ihre Pferde in der freien Landschaft bewegen, eine Reitabgabe an die Untere Landschaftsbehörde des Kreises Borken zu leisten haben und ihre Pferde mit einer gut sichtbaren, beidseitig am Zaumzeug angebrachten Plakette zu deren Identifikation kennzeichnen müssen. Das ist bisher jedoch mehr Theorie gewesen, denn weniger als 50% aller kennzeichnungspflichtigen Pferde sind derzeit mit der Plakette ausgestattet, obwohl dadurch eine Ordnungswidrigkeit begangen wird, die mit einem Bußgeld belegt werden kann. Grundsätzlich dürfen Reiter, deren Pferde nicht entsprechend gekennzeichnet sind, in Wald und Flur ihrem Hobby nicht nachgehen.
Alle Informationen zu Reitregelung, Reitkennzeichnung und Reitabgabe sind im Internet unter www.kreis-borken.de abrufbar. Auch ein Online-Formular zur Bestellung von Reitkennzeichen kann hier heruntergeladen werden.
Die Reitabgabe ist zweckgebunden für die Anlage und Unterhaltung von Reitwegen sowie für Ersatzleistungen von Reitschäden an Grundstückseigentümer und Besitzer. Sie fließt über den Kreis an die Bezirksregierung in Münster und dort können auch Zuwendungen (ebenfalls über den Kreis) beantragt werden.
Die vorstehend wiedergegebenen Regelungen sollen einen sachgerechten Ausgleich zwischen den Grundstückseigentümern und sonstigen Berechtigten (z.B. Jägern) einerseits und den Freizeitreitern bzw. Reittouristen andererseits schaffen. Sofern die Reiter in der vorgesehenen Weise auf die Interessen von Eigentümern, Besitzern und anderer Erholungssuchender (z.B. Wanderer) Rücksicht nehmen und die getroffenen Regelungen beachten, müssten sich auftretende Konflikte vermeiden lassen.
 
 
 
St. van Delden
 
- Vorsitzender -
 
 
Jagd: Naturnutzung oder Naturschutz?
 
Im Jahre 1875 fiel in Dresden der Startschuss für die Gründung einer
nationalen Verbandsorganisation des deutschen Jagdwesens.
133 Jäger aus dem gesamten Reichsgebiet gründeten den Allgemeinen
Deutschen Jagdschutzverein (ADJV), der als Vereinigung der Jagdverbände
der deutschen Länder bis 1934 Bestand hatte.
Im gleichen Jahr wurde er nach dem Erlass des Reichsjagdgesetzes
aufgelöst.
1949 folgte die Neugründung des Deutschen Jagdschutz-Verbandes (DJV) als
Dachverband und Nachfolger des ADJV.
In der fast 130-jährigen Geschichte jagdlicher Organisation in Deutschland hat
es viele Parallelen zur gegenwärtigen Situation von Jagd und Jägern gegeben.
So sind Probleme mit zunehmender Wilderei, Diskussionen um
Wildschadensersatzansprüche oder waffenrechtliche Fragen damals wie
heute aktuell.
Die Gefahr für Wildtier und Jagd ist heute genauso groß, wie sie dies vor mehr als 120 Jahren,
als man zur Gründung der Jägerorganisationen in Deutschland schritt, gewesen ist.
Heute besteht die größte Gefahr in der Entfremdung vieler unserer Mitbürger von Zusammenhängen
in der Natur und in oberflächlichen, schlagwortartigen Medienberichten, die den Eindruck erwecken,
als ob Jäger an zu viel Wild aus Vergnügungssucht und an zu wenig Wild aus Mordlust schuld seinen.
Früher bestand die Hauptaufgabe darin, vernünftige Ordnungsvorschriften zu erhalten und deren
Einhaltung zu erreichen.
Heute besteht sie darin auch noch, aber im Ringen um mehr Verständnis beim Mitbürger.
Definition der Jagd:
Die Entwicklung des neueren deutschen Jagdwesens begann 1848, seither ist die Jagd
Nutzung eines mit dem Grundeigentum verbundenenRechtes.
Sie umfasst auch die Pflicht zur Erhaltung der Lebensgrundlagen der freilebenden Tiere – damit ist sie zugleich auch Artenschutz.
Das Jagdrecht ist im Gesetz definiert als die ausschließliche Befugnis, auf einem bestimmten Gebiet wildlebende Tiere, die dem Jagdrecht unterliegen, zu hegen, auf sie die Jagd auszuüben und sie sich anzueignen.
Mit dem Jagdrecht ist die Pflicht zur Hege verbunden. Schon in diesem Sinne wirkt sie sich
als erhaltenden Element für die gesamte freilebende Tierwelt aus.
Sie trägt zu dem ökologisch notwendigen Gleichgewicht von Wildtierbestand und Umwelt bei.
Aufgaben und Ziele der Jagd:
Die Jagd hat insbesondere folgende Aufgaben und Ziele, denen sich der Jäger anzunehmen hat.
– Förderung der freilebenden Tierwelt durch Schutz und Erhaltung eines artenreichen und
gesunden freilebenden Wildtierbestandes und die Sicherung seiner Lebengrundlagen unter
Wahrung der Landeskultur sowie Förderung der Ziele des Umwelt- und Naturschutzes, der
Landschaftspflege und des Tierschutzes;
– Wildschäden in einer ordnungsgemäß betriebenen Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft
möglichst zu vermeiden;
– Regulierung überhöhter Wildbestände sowie von Beutegreifern, wenn diese andere Tierarten
in ihrem Bestand bedrohen;
– Den Wildbestand unter Berücksichtigung der Sozialstruktur der einzelnen Wildart und der
Wildarten untereinander nachhaltig zu nutzen;
– Sorge zu tragen, dass die zum Schutz des Wildes und der Jagd erlassenen Vorschriften
eingehalten werden.
 
 
Kreisjägerschaften und Hegeringe im LJV
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