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Pressemitteilung: ASP

P r e s s e m i t t e i l u n g

Aufruf zur erhöhten Wachsamkeit zur Vorsorge vor
der Afrikanischen Schweinepest


Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-
Esser: „Verantwortungsbewusstes Verhalten kann einen
Ausbruch hierzulande verhindern.“ Aufruf, tote
Wildschweine umgehend zu melden

„Die Lage nehmen wir sehr ernst, die Afrikanische Schweinepest rückt
immer näher. Es ist sehr wichtig, dass sich alle so
verantwortungsbewusst wie möglich verhalten, um einen Ausbruch
hierzulande zu verhindern“, sagte Heinen-Esser nach einer
Besprechung der von ihr eingesetzten Sonder-Arbeitsgruppe zur
Afrikanischen Schweinepest (ASP).


Gestern Abend war bekannt geworden, dass bei tot aufgefundenen
Wildschweinen in Belgien, im Dreiländereck Belgien, Frankreich,
Luxemburg, die ASP festgestellt wurde. Der Fundort liegt etwa 60
Kilometer von der deutschen und rund 120 Kilometer von der
nordrhein-westfälischen Grenze entfernt. Nach aktuellen Informationen
müssen die Wildschweine schon mehrere Tage im Wald gelegen
haben.


Zur Vorsorge hat das Umweltministerium ein verstärktes ASPMonitoring
in der gesamten Grenzregion veranlasst. Dies umfasst
insbesondere die Kreise Aachen, Düren und Euskirchen. Vor dem
Hintergrund der möglichen Übertragung der ASP durch Wildschweine
und einem akut hohen Wildschweinbestand appelliert das
Umweltministerium an Jäger in den angrenzenden Gebieten,

Schwarzwild verstärkt zu bejagen. Zudem steht das Umweltministerium
im Austausch mit dem Verkehrsministerium, das insbesondere die
Rastplätze entlang der Autobahnen regelmäßig kontrolliert, sichert und
Reisende mit Hinweisschildern zur Vorsorge und richtigen Entsorgung
von Lebensmitteln auffordert.


Um die aktuelle ASP-Lage fortlaufend zu bewerten und die
einzuleitenden Maßnahmen abzustimmen hat Ministerin Heinen-Esser
unter der Leitung des zuständigen Abteilungsleiters eine
abteilungsübergreifende Sonder-Arbeitsgruppe einberufen. Auch die
Ministerin und Staatssekretär Dr. Heinrich Bottermann werden
regelmäßig an den Sitzungen teilnehmen.


In den zurückliegenden Monaten wurden in Nordrhein-Westfalen und
koordiniert in der gesamten Bundesrepublik eine Vielzahl von
Vorsorgemaßnahmen ergriffen, um einem drohenden Ausbruch der
Tierseuche zu begegnen. Unter Vorsitz Nordrhein-Westfalens haben
Bund und Länder ein koordiniertes und abgestimmtes Vorgehen zur
Verhinderung einer Einschleppung der ASP vereinbart. Unter anderem
hatten der Kreis Recklinghausen und der Rheinisch-Bergische Kreis
mit Unterstützung des Umweltministeriums und des LANUV
Krisenübungen durchgeführt, um im Falle eines Ausbruchs der ASP im
Wildschweinbestand bestmöglich vorbereitet zu sein. Auch für diesen
Fall sieht sich das Umweltministerium gut gerüstet.


Als Hauptübertragungsquellen der ASP gilt neben den Wildschweinen
vor allem das Verhalten von Menschen. So kann der Erreger über
Kleidung, Autoreifen oder Nahrungsmittel, wie zum Beispiel ein achtlos
entsorgtes Wurstbrot übertragen werden. Heinen-Esser ruft die breite
Öffentlichkeit, insbesondere Jäger, Förster, Reisende, Fernfahrer,
Pilzsammler und Tierhalter dazu auf, keine Lebensmittelreste in offenen Mülleimern zu entsorgen, von Jagdreisen in aktuelle
Ausbruchsgebiete abzusehen sowie Biosicherheitsmaßnahmen in den
Schweine haltenden Betrieben strikt einzuhalten.


Zudem ruft das Umweltministerium dazu auf, Funde von toten
Wildscheinen unmittelbar zu melden. Wer ein totes Wildschwein findet
wird gebeten, dies unter der Telefonnummer 0201 / 714488 oder per
Mail an nbz@lanuv.nrw.de der Bereitschaftszentrale des Landesamtes
für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) zu melden. Sie
kümmert sich in Abstimmung mit den Kommunen um die schnelle
Sicherung und Untersuchung des Wildschweins.

 

Hintergrund zur Afrikanischen Schweinepest:

Die ASP ist eine durch einen Virus hervorgerufene Erkrankung der
Haus- und Wildschweine, die bei Schweinen zumeist tödlich verläuft.
Für Menschen ist das ASP-Virus ungefährlich. Seit 2014 breitet sich
die Tierseuche in Ost-Europa unter Wildschweinen aus. Bisher hat es
keine Fälle von ASP in Deutschland gegeben. Polen ist seit mehreren
Jahren stark von ASP-Ausbrüchen in der Wild- und
Hausschweinepopulation betroffen. Anfang September wurde erstmals
ein Ausbruch der ASP in Bulgarien berichtet.


Da das Virus in Lebensmitteln, die Fleisch enthalten (Wurstwaren),
lange überlebt, besteht die Gefahr, dass das Virus über den
Ferntransport z.B. entlang der Autobahnen nach Nordrhein-Westfalen
eingetragen wird. Um Hausschwein-Bestände in Nordrhein-Westfalen
zu schützen, bedarf es der Unterbrechung der Übertragungswege.
Einer der sehr wahrscheinlichen Übertragungswege besteht aus drei,
nacheinander geschalteten Abschnitten:

▪ Dem Ferntransport des ASP-Virus aus den Ausbruchsgebieten
über Autobahnen nach Nordrhein-Westfalen erfolgt durch
Menschen aufgrund von Transport infizierten Materials (z.B.
LKW, PKW, Kleidung, Schuhwerk, Lebensmittel wie
Wurstwaren).
▪ Mit diesem Material können sich dann Wildschweine infizieren,
z.B. durch die Aufnahme infizierter Wurstwaren an Autobahn-
Rändern oder auf den Parkplätzen an Raststätten.
Wildschweine transportieren das ASP-Virus in die
entsprechende Region.
▪ Vom Kot lebender als auch unmittelbar von verendeten
Wildschweinen kann anschließend durch Sekundärverwerter
oder wieder durch den Menschen selber der Eintrag in
Nutztierhaltungen erfolgen und dort in großem Ausmaß Tierleid
sowie hohen wirtschaftlichen Schaden verursachen. Der
infizierte Nutztierbestand muss dann getötet werden. Für
Nordrhein-Westfalen und angrenzende Regionen würden in
einem solchen Fall auch internationale
Handelseinschränkungen drohen.

 

Aktuelle und weiterführende Informationen:


https://www.lanuv.nrw.de/verbraucherschutz/tiergesundheit/tierseuche
nbekaempfung/tierseuchen/afrikanische-schweinepest/

 

Düsseldorf, 14.09.2018
Christian Fronczak
presse@mulnv.nrw.de

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