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ASP Infobroschüre vom FLI

Afrikanische Schweinepest bei Wildschweinen

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) tritt bei Wildschweinen innerhalb der Europäischen Union in Litauen, Lettland, Estland und Polen sowie in der
Tschechischen Republik mittlerweile endemisch und in hohen Fallzahlen auf. Das Risiko der Einschleppung in die deutsche Wildschweinpopulation durch kontaminiertes Schweinefleisch oder daraus hergestellte Erzeugnisse durch Personen ist sehr hoch.

Bitte helfen Sie mit, dieses Risiko zu minimieren bzw. einen Ausbruch der Tierseuche zeitnah zu entdecken!

 

Was ist die Afrikanische Schweinepest?

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine Viruserkrankung,
die ausschließlich Schweine (Haus- und
Wildschweine) betrifft. In ihrem Hauptverbreitungsgebiet,
den afrikanischen Ländern südlich der Sahara,
und einigen Mittelmeerländern kann die Erkrankung
über Lederzecken übertragen werden, die in unseren
Breiten jedoch nicht vorkommen. Andere Arthropoden
spielen nach jetzigen Erkenntnissen keine tragende
Rolle.


Wie sieht die Erkrankung aus?

Bei europäischen Wildschweinen führt die Infektion
zu schweren, aber unspezifischen Allgemeinsymptomen
wie Fieber, Schwäche, Fressunlust, Bewegungsstörungen
und Atemproblemen. Durchfall und
Blutungsneigung (Nasenbluten, blutiger Durchfall,
Hautblutungen) können ebenfalls auftreten. Erkrankte
Tiere zeigen mitunter eine verringerte Fluchtbereitschaft
(„Liegenbleiben in der Suhle“) oder andere
Auffälligkeiten wie Bewegungsunlust und Desorientiertheit.
Die Erkrankung betrifft alle Altersklassen
und Geschlechter gleichermaßen und führt in der
Mehrzahl der Fälle zum Tod des Tieres innerhalb einer
guten Woche.
Bei Eröffnung der Tierkörper sollte au vergrößerte,
„blutige“ Lymphknoten, eine vergrößerte Milz und
eine, punkt- oder flächenförmige Blutungen in den
Organen, der Haut oder Unterhaut geachtet werden.
Die Lunge und die Atemwege sind häufig mit Schaum
gefüllt.
Das Fehlen solcher Auffälligkeiten schließt nicht aus,
dass es sich dennoch um Schweinepest handelt! Fallwild
sollte unter den jetzigen Bedingungen immer untersucht
werden.


Wie wird die Erkrankung übertragen?

Die Erkrankung kann direkt von Tier zu Tier oder indirekt
über kontaminierte Gegenstände und Futter
übertragen werden. Unter ungünstigen Bedingungen
kann ein unachtsam entsorgtes Wurstbrötchen ausreichen,
um die Seuche einzuschleppen. Besonders
effizient ist die Übertragung über Schweiß. Kleinste
Tropfen reichen für eine Infektion! Daher ist die Hygiene
bei der Jagd besonders wichtig.
Andere Säugetiere sowie der Mensch sind für das Virus
nicht empfänglich.

 

Welche Rolle spielen Raubtiere und Aasfresser
(Fuchs, Marderhund, Greifvögel, Raben, Krähen)
und insbesondere der Wolf bei der Verbreitung?

Es gibt keine Hinweise darauf, dass Raubtiere und
Aasfresser bei der Verbreitung der ASP eine besondere
Rolle spielen.
Eine mechanische Vektorfunktion (Verschleppung virushaltiger
Kadaverteile, Kontamination des Fells/
Gefieders) für Raubtiere und Aasfresser (Säuger, Vögel
etc.) kann zwar nicht ausgeschlossen werden, eine
Vermehrung des Virus findet in bzw. auf diesen Tieren
aber nicht statt. Der Wolf ist hier keine Ausnahme.
Auch wenn er weiter wandert als andere Raubtiere,
wird davon ausgegangen, dass er keine Nahrungsvorräte
mitnimmt und das kontaminierte Fell putzt. Eine
Darmpassage überlebt das Virus nicht.


Wachsamkeit ist geboten!

In Deutschland ist die Wildschweindichte sehr hoch.
Ein Eintrag der ASP hätte daher verheerende Folgen.
Bitte achten Sie auf vermehrt auftretendes Fallwild
und melden Sie tot aufgefundene Wildschweine an
das Tierfund-Kataster unter
https://www.tierfund-kataster.de/tfk/tfk_erfassung.php
Das zuständige Veterinäramt wird dadurch automatisch informiert
und kann weiterführende Maßnahmen in die Wege
leiten. Wichtig ist der Versand von Proben an die
zuständige veterinärmedizinische Untersuchungseinrichtung.
Trockene Bluttupfer reichen für eine verlässliche
Erregerdiagnostik aus. Im Extremfall reicht
auch ein markhaltiger Knochen. Optimal sind Blutund
Milzproben, da sie eine erweiterte Diagnostik und
Charakterisierung erlauben. Die Qualität der Probe
spielt eine untergeordnete Rolle. Sogar in Verwesung
befindliches Material kann untersucht werden!
Seien Sie besonders vorsichtig mit Gegenständen, die
Kontakt mit Blut hatten. Dazu gehören auch Fahrzeuge,
Stiefel, Lappen, Wildwannen, Messer und Kleidungsstücke.
Bedenken Sie, dass Trophäen und Produkte von Wildschweinen
aus betroffenen Regionen ein Risiko darstellen
können.


Wie wird die Erkrankung bekämpft?

Da weder Impfstoffe noch Therapiemöglichkeiten
existieren, können ausschließlich Biosicherheit und
hygienische Maßnahmen sowie Populationsregulation
zur Bekämpfung eingesetzt werden. Die frühzeitige
Erkennung eines Falles von ASP ist daher besonders
wichtig. Nur dann besteht die Möglichkeit, die Tierseuche
durch die Einrichtung verschiedener Schutzzonen
(Kernzone, gefährdeter Bezirk, Pufferzone)
einzudämmen. In diesen werden je nach örtlichen
und jahreszeitlichen Bedingungen bestimmte Bekämpfungsmaßnahmen
durchgeführt, beispielsweise
in der Kernzone eine Einhaltung von Jagdruhe und im
gefährdeten Bezirk eine intensive Bejagung.
Die Bekämpfungsmaßnahmen werden an die Reviergegebenheiten
angepasst und ständig überprüft. Den
rechtlichen Rahmen der Bekämpfung gibt auf Bundesebene
die Schweinepestverordnung vor.


Was bringt der Abschuss von Wildschweinen als präventive
Maßnahme?

Die hohe Wildschweindichte in Deutschland würde
dem Virus der Afrikanischen Schweinepest ein großes
Reservoir zur Ausbreitung und Etablierung bieten.
Eine Reduzierung der Population vor Einschleppung
der Tierseuche ist daher wünschenswert, reicht aber
im Ausbruchsfall als alleinige Bekämpfungsmaßnahme
nicht aus.
Bitte helfen Sie mit, das Risiko eines Eintrages zu
minimieren bzw. einen Ausbruch zeitnah zu entdecken!

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